Touristeninfo

Leverkusen ist nicht unbedingt wegen seiner touristischen Sehenswürdigkeiten bekannt. Das Stadtzentrum wird dominiert von Gegenwarts- und Industriearchitektur und lässt nicht ahnen, dass sich in anderen Stadtteilen historische Bauten finden. Und doch gibt es auch hier einige lohnende Ausflugsziele.

Allen voran das Schloß Morsbroich (Gustav-Heinemann-Straße) mit seiner internationalen Sammlung moderner Kunst. Das Barockschloß im Stadtteil Alkenrath wurde in den Jahren 1981 bis 1985 modernisiert und bietet zehn bis zwölf mal im Jahr wechselnde Ausstellungen. Ein industriegeschichtliches Denkmal findet sich in Schlebusch:

Die ehemalige Kuhlmannsche Sensenfabrik (Hammerweg) wurde zu einem Industriemuseum und kulturellen Zentrum umgebaut. Hier bilden die Fabrikationshallen, die Arbeiterhäuser und die Fabrikantenvillen ein frühindustrielles Ensemble, das seinesgleichen sucht. Ebenfalls in Schlebusch und von denkmalgeschichtlichem Wert ist die Villa Wuppermann (Mülheimer Straße 14), erbaut in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Stil eines Schweizer Landhauses. Sie wurde zu einer Bürgerbegegnungsstätte von Grund auf renoviert.

Auch die Villa Römer in Opladen (Haus-Vorster Str. 6) ist öffentlich zugänglich, allerdings als Stadtgeschichtliches Dokumentationszentrum. Sie diente ursprünglich dem Fabrikanten Geheimrat Max Römer als Wohnhaus. Sowohl die reichhaltige Innenausstattung als auch der umliegende Park mit Brunnen und Kutscherhaus zeugen vom Wohlstand des Erbauers.


Völlig entkernt, modernisiert und zu einer Gaststätte in edlem Ambiente umgebaut wurde die Adler-Apotheke (Düsseldorfer Straße 57). Der verschieferte Bau wurde 1821/22 als erste Apotheke in Opladen errichtet. Die alte Ausstattung der Apotheke ist heute im Museum Schloß Burg zu besichtigen. Nicht alle sehenswerten Gebäude in Leverkusen sind allerdings auch für die Allgemeinheit geöffnet. Im Gegenteil, die meisten befinden sich in Privatbesitz. Doch auch die Fassaden lohnen einen Blick. Bei einer Radtour etwa kann man verschiedene Objekte besichtigen. So führt die Denkmalliste der Stadt Leverkusen allein 120 Fachwerkhäuser. Sehr viele säumen den Weg hinaus ins Bergisch Neukirchen.

Hohen Seltenheitswert, weil es schon 1561 erbaut wurde, hat das Fachwerkhaus Burscheider Straße 329, das älteste datierte Fachwerkgebäude in Leverkusen. Der Weg durch die früheren Rheinauen führt über die alte Wuppermündung nach Rheindorf.

Hier ankern drei Sorgenkinder der Stadt Leverkusen: Drei ausgediente Schiffe bilden einen schwimmende Schiffssteganlage. Zwei Schiffe wurden vor einigen Jahren durch Brände beschädigt. Der alte Otrskern Rheindorfs liegt dahinter direkt am Strom.

Das Haus Rheindorf (Burgsraße 5) ist der Rest einer Burganlage. Die ältesten Teile des heute noch vorhandenen Gebäudebestandes gehen bis in das 15. Jahrhundert zurück. Der Ursprung der Burganlage liegt nach den heutigen archäologischen Erkenntnissen noch im 8. Jahrhundert des letzten Jahrtausends.

Aus dem Jahre 1705 stammt das Zollhaus (Unterstraße 1). Größe und Gestaltung des Gebäudes sind Zeugnis für Funktion und Bedeutung dieser schon im 13. Jahrhundert priviligierten Zollstelle Rheindorf. Das Nachbargebäude "Haus am Orth" (Unterstraße 2, d.h. am Ortseingang, direkt am Rheindorfer Hafen gelegen) gehörte zu Anfang des 18. Jahrhunderts einem Marktschiffer. Die großräumigen Gewölbekeller dienten früher als Lagerraum.


Weiter geht es am Rhein entlang nach Hitdorf. Hier liegen heute Segel- und Motorjachten im alten Hitdorfer Industriehafen. Noch bis zu Beginn des letzten Jahrzehnts wurden in Hitdorf Waren umgeschlagen und mit der Kleinbahn transportiert. Deren Historie reicht bis ins Mittelalter zurück. Heute verkehrt dort eine Motor-Schnellfähre für Personen und Kraftfahrzeuge, die auch von Ausflüglern in die links- und rechts-rheinischen Naherholungsgebiete zunehmend benutzt wird.

Neben der Schiffahrt, Fischerei und der Landwirtschaft lebte Hitdorf früher von der Tabakindustrie. Haus Dorff (Langenfelder Straße 3) zeugen vom Reichtum des Fabrikanten Johann Peter Dorff. Es wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts gebaut und 1982 saniert. Auch das Anwesen Nees-Caspers (Rheinstraße 45) ist ein Dokument der wirtschaftlichen Blüte Hitdorfs als bergischer Hafen und Handelsort im 17. und 18. Jahrhundert.


Im Kontrast dazu stehen die Häuschen der einfachen Leute:
Das Fischerhaus (Rheinstraße 66/66a) lässt einfache Lebensbedingungen der früheren Bewohner vermuten, auch wenn die barocke Ausformung des Giebels noch auf mässige Wohlhabenheit schließen lässt. In der Tagelöhnersiedlung (Stromstraße) aber war das Quartier auf das Nötigste - nämlich ein Dach über dem Kopf - beschränkt. Die Größe der Einraumhäuser ist noch heute zu erkennen. Die Arbeitersiedlung (Weinhäuserstraße / Lohrstaße) ist dagegen schon ein Zeugnis des beginnenden sozialen Wohnungsbaus. Sie wurde von der Unternehmerdynastie Nees-Caspers um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert errichtet.

Nach diesen Abstechern in die Sozialgeschichte findet sich in Hitdorf die denkmalgeschützte Gaststätte "Zur Einkehr" (Rheinstraße 70), ursprünglich als Gerberei im späten 18. Jahrhundert errichtet.